Indien ist, um es gleich vorweg zunehmen, kein einfaches Reiseland. Man sollte schon über etwas Reiseerfahrung verfügen, wenn man das Land ohne Reisegruppe erkunden möchte. Auch sollte man über die sozialen Missstände und Bettelei hinwegsehen können.
Zu entdecken gibt es viel, die Menschen sind freundlich und wenn man wieder zu Hause ist, gibt´s garantiert jede Menge zu erzählen.
Für die beschriebene Route hatten wir 3 Wochen Zeit und sind dabei etwa 3500 km durch Rajasthan gefahren.
Stattgefunden hat unsere Reise im März/April 2001.
Neugierig auf Indien ?
Gerne beantworten wir auch weitere Fragen.
Vielleicht heißt es dann bald schon: "Namaste - Welcome in India"
Dehli
Nirgends war der Kulturschock größer. Schon auf der Fahrt vom Indira Ghandi Airport ins Altstadtzentrum mussten wir feststellen, dass dies nicht einfach wird. Auf den Straßen: Unmengen von Autos, Bussen, Taxis, Autorikschas, Kamel- und Ochsenkarren, Schweine, bettelnde Kinder, Straßenverkäufer. Und das ganze ohne jegliche Ordnung. Jede Menge Geisterfahrer auf den Highways in die Stadt. Immer wieder stehen Kühe mitten auf der Straße oder Hunde überqueren die Fahrbahn. Szenen, die jeder schon einmal im Fernsehen gesehen hat, aber live ist dies dann doch schon etwas anders.
Die Stadt selbst läßt sich in zwei Bereiche aufteilen. Das ""moderne"" New-Delhi mit dem Connaught Place und dem südlich angrenzenden Regierungsviertel und dem quirrligen Old-Delhi mit dem Basarviertel Chandni Chowk und dem Roten Fort.
Von einer gewaltigen roten Steinmauer umgeben, fällt das Rote Fort in Old-Delhi sofort ins Auge. Am Eingang, dem Lahore Gate wimmelt es von Besuchern, Verkäufern und Taxifahrern. Innen ist ruhiger und man kann sich auf der großen Grünfläche etwas von der Hektik erholen. Es gibt ein kleines Museum und ein paar Tempel. Der Eintritt kostet für Ausländer 5 US$ oder dem entsprechend, die Summe in Indischen Rupien.
Freitagsmoschee (Jama Masjid)
Die größte Moschee in Delhi. Außerhalb der Predigtzeiten kostenlos zu besichtigen. Für eine Fotoerlaubnis wird aber 100 Rs genommen.
Qutab Minar
15 km südlich vom Connaught Place liegt das Qutab Minar, ein imposanter Turm aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Gelände befindet sich auch die älteste Moschee Indiens. Eintritt 10 US$ !
Humanyuns Grab
Mitte des 16. Jahrhunderts aus roten und weißen Sandstein und schwarzen und gelben Marmor erbaut. Ein wunderschönes Bauwerk, leider ist auch hier der Eintritt mit 10 US$ nicht gerade billig. Durch das große Eingangstor läßt sich aber auch ohne Ticket ein Blick auf das Bauwerk werfen.
Sehenswert ist der Sikh Tempel Gurdwara Bangla Sahi.
Touristen müssen sich links vom Eingang ein Kopftuch ausleihen. Die etwas undefinierbare Mischung die man am Ausgang gereicht bekommt, besteht übrigens nur aus Butter, Zucker und Mehl; man vergiftet sich also nicht. Interessant ist die Küche in den Nebengebäuden, wo aus gespendeten Lebensmittel Speisen für die ärmeren Besucher zubereitet werden.
Hat man sich einen 3-Wheeler oder ein Taxi zur Stadtbesichtigung gemietet, sollte man sich außerdem noch das Grab Mahatma Gandhis (Raj Ghat), das India Gate und das Regierungsviertel mit dem Präsidentenpalast anschauen. In 1 bis 2 Tagen lassen sich so alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ansehen und man hat auch noch Zeit am Connaught Place oder auch am Chandni Chowk etwas bummeln zu gehen.
Anreise
Für die 15 km Fahrt vom International Airport zur Innenstadt benötigt man 30 bis 60 Minuten. Ein Taxi kostet ca. 300 Rs, der Bus 50 Rs.
Der Domestic Airport für den Inlandsverkehr liegt 5 km näher zur Innenstadt. Zwischen den Terminals gibt es einen Zubringerbus.
WeiterreiseZugtickets bekommt man beim Foreign Tourist Booking Office in der New Delhi Station. Auch bei der Delhi Touristinformation am Connaught Place und in Reisebüros läßt sich eine Fahrkarte erstehen. Hier läßt sich auch ein Mietwagen mit Fahrer anmieten.
Beim Kauf einer Zugfahrkarte sollte man sich unbedingt noch einmal den genauer Abfahrtsbahnhof erklären lassen. Nicht alle Züge halten an allen Stationen.
Agra und das Taj Mahal
Eines der meist besuchtesten Bauwerke der Welt. Absolutes Muss einer jeden Nordindienreise. Immer gut besucht, besonders natürlich zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Denn je nach Tageszeit erscheint das "Grabmal der Liebe" in einem anderen Licht. Neuerdings ist es, statt am Montag, jetzt am Freitag geschlossen. Der Eintritt beträgt stolze 960 Rs.
Auch die Stadt Agra hat Ihr Rotes Fort. Vielleicht sogar noch imposanter als das in Delhi. Eintritt 10 US$ !
Sikandra: schon 4 km vor der Stadt liegt das Grabmal von Akbar den Großen (5 US$).
Die Stadt selbst ist ziemlich chaotisch und lädt nicht gerade zum längeren verweilen ein.
40 km von Agra in Richtung Jaipur liegt ein weiterer Höhepunkt. Die ehemalige (1571-1585) Hauptstadt des Mughal Reiches Fatehpur Sikri. Die verlassene Stadt ist noch gut erhalten und wirkt sehr gepflegt. Der Eintritt beträgt mal wieder 10 US$, die oberhalb gelegene Jama Masjid Moschee ist kostenlos zu besichtigen.
Bharatpur - Keoladeo Ghana National Park
22 km hinter Fatephur Sikri, liegt das von Ornithologen aus aller Welt besuchte Vogelschutzgebiet. Ein angenehmes Plätzchen für eine kurze Erholung vom indischen Alltag. Die beste Besuchszeit für den Park ist früh am Morgen oder zum Sonnenuntergang. Im Januar sind am meisten Vögel im Park. In vielen Hotels oder auch am Parkeingang lassen sich Fahrräder mieten. Dafür zahlt man pro Tag ca. 40 Rs. Eine andere Möglichkeit ist, den Park mit einer Rikscha zu erkunden. Die Fahrer haben überraschend gute Fachkenntnisse und nehmen 30 Rs die Stunde. Angeblich soll es auch einen Tiger im Park geben.
Jaipur - The Pink City
Neben Agra ist Jaipur die bei Touristen meistbesuchteste Stadt in Nordindien. Zusammen mit Delhi bilden die drei Städte das, in vielen Reiskatalogen zu findende, "Goldene Dreieck". Ein Großteil der Indienbesucher beschränkt sich auf diese Rundreise und macht anschließend einen Badeaufenthalt in Südindien.
Bekannt ist das im Zentrum gelegende Hawal Mahal, auch als Palast der Winde bezeichnet. Wer sich darunter einen prächtigen Maharadschapalast vorstellt, hat sich aber gewaltig geirrt. Vielmehr ist es eigentlich nur eine Hausfasade, von deren Balkonen, die Frauen des Maharadschas das Leben auf der Straße mitverfolgen konnten. Der Eingang liegt auf der Rückseite des Gebäudes und ist von einer Seitenstraße aus zu erreichen. Der Eintritt in das 1799 errichtete Gebäude kostet nur 2 Rs, für eine Fotoerlaubnis werden 30 Rs genommen.
Der Stadtpalast ist eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit. VonTouristen werden hier aber 150 Rs für ein Ticket genommen.
Gegenüber liegt das Observatorium Jantar Mantar mit riesigen Sonnenuhren und anderen astronomischen Instrumenten. Mit dem Bau wurde schon im Jahre 1728! begonnen.
Ein ruhiges Plätzen sind die Maharadschagräber Royal Gaitor. Eine Führung kostet 20/30 Rs pro Gruppe; Foto 10 Rs.
Amber
10 km außerhalb Jaipurs zurück in Richtung Dehli liegt die berühmte Fortanlage von Amber. Wer Lust hat, kann den Weg hinauf zum Fort auf den Rücken eines Elefanten zurücklegen. Ein Elefant trägt bis zu 4 Personen und kostet 400 Rs für den Hin- und Rückweg incl. 1 Stunde Aufenthalt. Die Elefantenführer wollen natürlich ein schnelles Geschäft zu machen und versuchen die Aufenthaltsdauer auf eine 1/2 Stunde zu reduzieren. Die Quittung sollte man oben am Ziel nicht abgeben, denn sie ist das Returnticket.
Für den Besuch des Forts werden 50 Rs bzw. 70 Rs mit Fotoerlaubnis verlangt.
Die Kleinstadt Sanganer (17 km südlich Jaipurs) ist ebenfalls einen Besuch wert. Hier befindet sich die größte indische Fabrik für handgeschöpftes Papier (Salims Paper). Bei einer Fabrikbesichtigung wird einen gerne die Herstellung erklärt.
Unbedingt besuchen sollte man das prächtige Kino Raj Mandir in Jaipur. Kinobesuche sind in Indien sehr beliebt. Die Filme sind eine Mischung aus Action-, Liebs-und Tanzfilm und auch ohne Hindikenntnisse zu verstehen. Kinos sind stets gut besucht und durch die große Nachfrage läuft ein Film auch schon mal ein paar Monate, bevor er dann durch einen ganz ähnlichen Film ersetzt wird.
Pushkar - Der Pilgerort
In den Bergen oberhalb Ajmers liegt der Pilgerort Pushkar. Die Fahrt von Jaipur hierher ist sehr anstrengend, denn die Straße nach Ajmer und weiter in den Bundesstaat Gujarath wird sehr stark von LKW´s befahren. Ist man nach 5-7 Stunden aber angekommen, findet man hier einen netten und bei Touristen, Sadus, Pilgern und einheimischen Besuchern sehr beliebten Ort. Rund um den See findet man die Treppen zu den heiligen Badestellen, die Ghats. Dahinter Tempel, Souvenirshops und Restaurants. Beliebt sind die preiswerten Dachrestaurants mit Thalis ab 35 Rs. Vom Savitri Tempel, den man nach einem einstündigen, steilen Aufstieg erreicht hat man eine tolle Aussicht auf Pushkar und die umliegende Wüste.
Das beste Hotel am Ort ist das Pushkar Palace mit Zimmern von 1500 bis 5000 Rs. Vom Gartenrestaurant hat man einen phantastischen Blick über den See.
Nebenan am Sunsetpoint treffen sich jeden Abend die Besucher, um den Sonnenuntergang zu genießen.
Udaipur - Octopussy und der Tiger von Eschnapur
Etwa sieben Stunden Fahrzeit südlich von Pushkar, liegt eine der schönsten Städte Nordindiens. Malerisch am Pichola See gelegen, wird Udaipur auch das Venedig des Ostens genannt. Die Stadt selbst war Drehort vieler bekannter Filme. Wer sich davon überzeugen will, kann in vielen Restaurants der Altstadt, abends sich James Bonds Octopussy anschauen, der hier zum größten Teil gedreht wurde.
Unbedingt sehenswert ist der Stadtpalst mit seinen Spiegelräumen. Aus den oberen Stockwerken hat man tolle Ausblicke auf den Innenhof, die Altstadt und dem Pichola See (Eintritt 35 Rs / Foto zusätzlich 75 Rs).
Die Travellerszene trifft sich rund um den Jagdish Temoel in der Altstadt. Hier findet man Restaurants, Internetcafes, Souvenirladen und Budgetunterkünfte.
Mitten im Pichola See befindet sich der ehemalige Sommerpalast des Maharadschas von Udaipur, das heutige Lake Palace Hotel. Das 1746 fertiggestellte Gebäude, gilt heute als eines der besten und teuersten Hotels in Indien. Es besteht die Möglichkeit zum Essen hier einen Tisch zu reservieren; dass ganze ist natürlich nicht billig.
Etwas außerhalb der Innenstadt findet man zwei schöne Gärten. Vom Pratap Smarak (15 Rs) hat man eine schöne Aussicht auf die Berge und Landschaft der Umgebung.
Der Saheliyon-ki-Bari ist ein Lustgarten mit Rosenbeeten und einer, aus Wassermangel nur im Winter betriebenen, Wasserfontäne. Angeschlossen ist eine kleine Naturkundeausstellung.
Nett aufgemacht ist das Freilichtmuseum Shilpgram mit Kunstgewerbe und Kulturvorführungen (Eintritt und Fotogenehmigung jeweils 10 Rs).
Chittogarh
Eine Fortanlage imposant auf einem Hügel oberhalb der Stadt gelegen. Es macht Spaß die Tempel und Palastruinen zu besichtigen. Man sollte jedoch ein Fahrzeug dabei haben, denn die Anlage ist sehr weitläufig. Angeblich wird ein Eintrittsgeld von 5 US$ genommen, von uns wurde aber nichts verlangt. Chittogarh liegt etwa 3 Stunden nordöstlich von Udaipur oder 5 Stunden mit dem Auto von Pushkar entfernt. Wir haben es auf der Fahrt von Pushkar nach Udaipur besichtigt. Der Tag ist dann aber ziemlich anstrengend.
Kumbhalgarh
Zwei Stunden nördlich von Udaiphur liegt mitten in trostloser Landschaft die gewaltige Burganlage von Kumbhalgarh. Sie ist die zweitgrößte Festung Rajasthans und hat die mit 36 km angeblich zweitlängste Mauer der Welt. Man betritt die Anlage durch riesige dornenbesetzte Tore, die Elefantenangriffe abwehren sollten (5 US$).
Ranakpur
Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit erreicht man den weltberühmten Jaintempel in Ranakpur. Die vielen Mamorsäulen im Inneren (angeblich 1444 Stück) sind wunderschön mit unterschiedlichen Motiven behauen. Der Eintritt ist frei, für die Fotogenehmigung wird aber eine Gebühr von 25 Rs genommen. Da die Jains keine Tiere töten, dürfen Lederartikel nicht mit in den Tempel genommen werden. Strenge Jains tragen einen Mundschutz, damit sie nicht zufällig eine Fliege verschlucken oder fegen vor sich her, um kein Tier zu zertreten!
Kumbahalgar und Ranakpur wird auch als Tagesausflug von Udaiphur aus angeboten. Oder man besucht die Orte auf der Fahrt nach Jodhpur. In Ranakpur gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten( z.B. das Hotel Roopam Restaurant mit einfachen Zimmern für 650/550 Rs; der Besitzer zeigt einen gerne die nähere Umgebung).
Jodhpur - Die blaue Stadt
Jodhpur ist mit ca. 900000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Rajasthan. Sie verfügt über eine gute Verkehrsanbindung (Bus und Bahn) und liegt ca. 5 -7 Stunden von Jaipur,Udaipur und Jaisalmer entfernt. Auf dem Weg nach Jaisalmer, läßt sich die Fahrt hier also bequem unterbrechen. In ein oder zwei Tagen läßt sich die "Stadt des Lichts", wie Jodhpur auch genannt wird, ausgiebig erkunden.
Auch wenn man auf seiner Rajasthan Rundreise schon so manches Fort besichtigt hat, sollte man sich in Jodhpur das Meherangarh Fort anschauen. 120 Meter hoch über der Stadt gelegen, hat man von dort einen tollen Blick auf die Stadt mit den vielen bunten Brahmanen - Häusern. Im Fort selbst gibt es einen beeindruckenden Sandsteinpalast mit interessantem Museum. Gewaltig sind auch die sieben Eingangstore. Am Tor Loha Pol findet man die Handabdrücke der Maharadscha-Frauen, die sich nach dem Tod des Maharadschas selbst verbrannt haben (Sati Kult). Der Eintritt zum Fort kostet 50 Rs, ebenso eine Fotogenehmigung.
Etwas unterhalb des Fort findet man an der Zufahrtsstraße, das Grabmal des Maharadschas Jaswant Singh II. Vom schönen Mamorgebäude hat man außerdem einen tollen Blick hinauf zum Fort (10 Rs).
Der Umaid-Bhawan-Palast ist die Residenz des jetzigen Maharadschas von Jodhpur. Der etwa 5 km außerhalb des Zentrums gelegen Stadtpalst, wurde erst in den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts gebaut. Ein Teil ist heute ein Luxushotel. Außerdem gibt es ein Museum zu besichtigen (40 Rs). Deutlich zu erkennen ist der Einfluss der englischen Architekten.
Besuchen sollte man auch den Sadar Markt rund um den Uhrturm. Obst, Gewürze und allerlei Kleinkram gibt es hier in großer Auswahl.
Jaisalmer - Kamelsafari in der Wüste Thar
Die alte Karawanenstadt inmitten der Wüste Thar, ist in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Städte Rajasthans geworden. Die alte Architektur der Sandsteingebäude und die gute touristische Infrastruktur haben dazu beigetragen. Und man findet hier eine Fortanlage die bewohnt wird und "kein" Museum ist.
Die Stadt und das Fort lassen sich gut zu Fuß erkunden. Man findet hier alles was das touristische Herz begehrt: Enge Gassen in denen man den indische Alltag beobachten kann, Souvenierläden, Internetcafes, Restaurants und auch die ein oder andere Sehenswürdigkeit. Die drei schönen alten Havelis, das sind Wohn- und Geschäftshäuser reicher Handelsfamilien, sollte man unbedingt besuchen. Sie liegen etwas versteckt in der Altstadt; für ein paar Rupien kann man sie auch von innen besichtigen.
Bada Bagh
Etwa 5 km nördlich der Stadt liegen die Bergräbnisstätten der Maharadschas. Imposant vor allem in der Abendsonne(10Rs). Auf dem Rückweg hat man dann vom "Sunset Point" einen malerischen Blick auf die Stadt und das Fort.
Kamelsafaris
Beliebt sind Kamelritte an den Sam- oder Khuri Sand Dunes. Die Anreise in die ca. 40 km entfernten Dünengebiete, erfolgt per Jeep. Angeboten werden Ein- oder Mehrtagestouren. Übernachtet wird dann in einfachen Hütten oder Zelten.
Für einen 2 Tages-Tour mit Kamelritten zum Sonnenunter- und aufgang zahlten wir 900 Rs/Person. Inbegriffen war die Verpflegung, Trinkwasser, der Cameldriver und die Übernachtung in Hütten.
Wer eine längere Tour plant, sollte beachten, dass das breitbeinige Sitzen auf den Kamelen für ungeübte Reiter sehr ungewohnt ist und auch schmerzhaft werden kann! Ich machte da so meine Erfahrungen...
Bikaner - Die Wüstenstadt und der Rattentempel
Sieben Stunden dauert die Autofahrt von Jaisalmer durch die Wüste Thar bis nach Bikaner. Die Landschaft ist karg und außer ein paar herumlaufenden Gazellen oder Geiern die sich über ein verendetes Tier hermachen, gibt es nicht viel zu sehen. Außerdem trägt auch die Hitze dazu bei, dass die Tour etwas anstrengend wird.
Etwa 10 km außerhalb der Stadt liegt die staatliche Kamelzuchtfarm. Geöffnet täglich von 15 bis 17 Uhr, wenn die Kamele zurück aus der Wüste kommen. Ein Guide kostet 100 Rs.
Ein Höhepunkt einer Nordindienreise ist der Besuch im berühmten Rattentempel von Deshnok. Der Karni Mata Tempel wird von tausenden Ratten und Mäusen bevölkert. Geöffnet ist er von 6 bis 21:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, fotografieren kostet 20 Rs. Achtung: auch hier müssen beim Besuch des Tempels die Schuhe ausgezogen werden. Also unbedingt alte Socken mitbringen und nachher entsorgen !
Wer auf der Fahrt zurück nach Delhi noch etwas Zeit hat, sollte der Shekawati Region einen Besuch abstatten, die man mit dem Auto in ca. 5 Stunden erreicht. In dieser ärmlichen Gegend, besonders in Mandawa und Junjhunu, gibt es viele alte Havelis, einst reiche Kaufmannshäuser an der alten Handelsstraße. Leider sind alle Havelis in einem sehr schlechten Zustand und in ein paar Jahren ist wohl nicht mehr viel davon übrig. Die Häuser stehen leer oder werden als normale Unterkunft genutzt. Alte Fenster, Türen und Einrichtungsgegenstände werden unterdessen fleißig verkauft.





